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Berufssprache Deutsch » Sprachbildung in der Praxis » Handlungsorientierung in der Sprachbildung

Handlungsorientierung in der Sprachbildung durch Lernszenarien

Sprache wird in der Interaktion durch sprachliches Handeln gelernt (vgl. Leitgedanken für den Unterricht). 

In der Praxis bedeutet dies, dass den Schülerinnen und Schülern im Unterricht sprachliches Handeln ermöglicht wird:

Die Basis des Unterrichts stellt eine Lernsituation mit einer beruflich relevanten Situation oder mit Bezug zum Alltag (vgl. Lernzenarien für die Berufsintegration) dar. Die Lernsituation fordert damit ein betriebs- oder alltagsrelevantes Sprachhandlungsprodukt. Dieses Produkt ist Leitmotiv für die Ausgestaltung der Lernumgebung. Das gewählte Sprachhandlungsprodukt soll also plausibel hinsichtlich der gewählten Situation und hinsichtlich des (Fach-)Wortschatzes sein. Zur Prüfung eignet sich hier das Sender-Nachricht-Empfänger Modell: So kann die Nachricht beispielweise ein Gespräch zwischen zwei fachlich ebenbürtigen Partnern oder zwischen einem Experten (Sender: die/derAuszubildende) und einem Laien (Empfänger: Kundin/Kunde) sein. Es sind vielfältige Nachrichten (Sprachhandlungsprodukte) denkbar, diese ergeben sich aus der betrieblichen Praxis der/des Auszubildenen. Für Schülerinnen und Schüler in Berufsintegrationsklassen gilt das Prinzip entsprechend, die Nachrichten stellen hier alltagsrelevante Sprachhandlungsprodukte dar. Die Schülerin oder der Schüler wird in der Lernsituation direkt angesprochen und agiert in ihrer oder seiner eigenen Rolle als Auszubildende oder Auszubildender. Die Lernsituation kombiniert also immer eine fachliche und eine sprachliche Anforderung. Die Kriterien zur Formulierung der Lernsituation und der Lernumgebung sind in einer Checkliste zusammengefasst.

Checkliste zur Erstellung von sprachlichen Lernszenarien

Ausgestaltung der Lernumgebung

Es folgt die Didaktisierung der Handlungssituation: Die einzelnen Phasen des Unterichts werden mit authentischen Materialien sowie insbesondere zur Sprachbildung passenden Methoden, Strategien und Arbeitstechniken ausgestaltet. Bei der Ausgestaltung ist auch die Heterogenität der Lernergruppe zu berücksichtigen, die ein differenziertes Vorgehen erfordert. Entlang der vollständigen Handlung wird der Unterricht ausgestaltet, wobei in jeder Phase sprachliches Handeln ermöglich wird. Viele Sprachhandlungen ergeben sich aus dem natürlichen Ablauf der Phasen orientieren, informieren, planen, durchführen, präsentieren, dokumentieren, bewerten und reflektieren. Die Lernumgebung ermöglicht den Schülerinnen und Schülern sowohl autonomes als auch unterstütztes Handeln.

Die folgende Grafik zeigt das Planungsraster für einen differenzierten Unterricht. In dem verfügbaren Unterrichtsbeispiel Ich berate Sie gerne. einer 12. Klasse Kfz-Mechatronikerin/Kfz-Mechatroniker ist die Umsetzung des Unterrichtsprinzips Berufssprache Deutsch exemplarisch erfolgt.

Planungsraster für den Unterricht