Berufssprachliche Förderung
Zusammen mit einem sprachbewusst gestalteten Unterricht entsprechend des Unterrichtsprinzips Berufssprache Deutsch trägt die zusätzliche berufssprachliche Förderung wesentlich zur Sicherung des Ausbildungserfolgs der Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf bei.
Nachfolgend erhalten Sie Informationen und Anregungen
- zu den Unterstützungsangeboten,
- zur Zielgruppe,
- Organisation,
- methodisch-didaktischen und inhaltlichen Ausgestaltug sowie
- Anregungen zur Sprachförderung im Team.
Genauere Informationen v. a. zu den Rahmenbedingungen und zur Organisation entnehmen Sie btte dem jeweils gültigen Kultusministeriellem Schreiben.
Das Unterstützungsangebot umfasst ...
- das Unterrichtsprinzip Berufssprache Deutsch: zielorientierte Förderung der Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung ihrer berufssprachlich-kommunikativen Kompetenz im fachlichen wie auch im allgemeinbildenden Unterricht
- die Stunden zur Berufssprachliche Förderung: zusätzliche berufssprachliche Förderung für Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf in den Fachklassen der Berufsschulen und Berufsfachschulen
- die Berufssprachkurse für Auszubildende (Azubi-BSK) des BAMF: Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Umsetzung berufsbezogener Sprachkurse
- das Kombimodell („1+x“): Streckung der Ausbildungsinhalte und zusätzliche berufssprachliche Förderung bei Verlängerung des Ausbildungsvertrags
Unterrichtsprinzip Berufssprache Deutsch
Stunden zur Berufssprachliche Förderung
Berufssprachkurse für Auszubildende (Azubi-BSK) des BAMF
Kombimodell („1+x“)
Berufssprachliche Förderung kurz erklärt
- Die berufssprachliche Förderung richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler mit einem besonderen Sprachförderbedarf.
- Sie haben bei der Gestaltung der berufssprachlichen Förderung große Gestatungsspielräume, um auch auf örtliche Belange und pädagogische Überlegungenn Rücksicht zu nehmen.
- Entscheidend für eine erfolgreiche Unterstützung der Auszubildenden ist, dass alle vor Ort verfügbaren Sprachförderangebote genutzt und optimal aufeinander abgestimmt werden.
Wie kann die berufssprachliche Förderung organisiert werden?
Feststellung der Lernvoraussetzungen als Grundlage für einen passgenauen Unterricht
Für eine genaue Passung und zielorientierte Ausgestaltung des Angebots zur berufssprachlichen Förderung ist die Feststellung der sprachlich-kommunikativen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler in den Fachklassen Grundlage. Hierzu erhalten Sie auf der Seite Lernvoraussetzungen und Sprachbegleitung zahlreiche Anregungen, z. B.
- zusammenfassende Informationen zur Feststellung der Lernvoraussetzungen und
- ein exemplarisches Angebot an editierbaren Instrumenten zur Feststellung der Lernvoraussetzungen, u. a. auch einen anpassbaren, teilautomatisierten Online-Test, sowie
- Ideen zur Sprachförderung in Form von gestuften Hilfen.
Die Ergebnisse der Lernstandsfeststellung ermöglichen eine passgenaue methodisch-didaktische Ausgestaltung der additiven als auch integrierten Sprachbildung und -förderung.
Formen der berufssprachlichen Förderung
Die berufssprachliche Förderung ist grundsätzlich in allen Fächern möglich und beschränkt sich nicht auf Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund.
Die berufssprachliche Förderung kann entweder
- als additive Sprachförderung oder
- als integrierte Sprachförderung gestaltet werden.
Additive Sprachförderung erfolgt in eigenen Gruppen. Diese können beispielsweise klassen-, berufs- oder abteilungsspezifisch aber auch übergreifend zusammengesetzt werden. Maßnahmen zur integrierte Sprachförderung sind in den regulären Unterricht in Form einer Differenzierung (z. B. Klassenteilung bzw. Teamteaching) eingebettet werden.
Entscheidend für eine erfolgreiche Unterstützung der Auszubildenden ist, dass alle vor Ort verfügbaren Sprachförderangebote genutzt und optimal aufeinander abgestimmt werden.
Welche weiteren Angebote stehen zur Verfügung?
Neben den Angeboten an den Berufsschulen bzw. Berufsfachschulen (vgl. Nennungen in blauer Farbe innerhalb der Grafik) zählen dazu u. a. auch die
- Berufssprachkurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge,
- Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit wie die Assistierte Ausbildung flexibel,
- Angebote der Kammern bzw. der Ausbildungsbetriebe,
- aber auch ehrenamtliche Angebote.
Durch kontinuierliche Abstimmung werden die vorhandenen Ressourcen bestmöglich genutzt und Ihre Schülerinnen und Schüler erhalten ein passendes Angebot.
Kombimodell („1+x“)
Im Modell "1+x" (auch "Kombimodell") können Auszubildende mit besonderem Unterstützungsbedarf, die eine reguläre Ausbildung aller Voraussicht nach noch nicht erfolgreich durchlaufen könnten, v. a. ihre sprachlichen (aber auch z. B. mathematischen Defizite) ausgleichen. Aktuell fokussieren wir uns dabei auf die wichtige Zielgruppe der jungen Menschen mit Flucht- bzw. Migrationsgeschichte, für die dieses Modell mit zusätzlicher berufssprachlicher und schulischer Förderung an der Berufsschule gute Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss bietet.
Grundlage ist die Verlängerung des Ausbildungsvertrags (je nach Ausbildungsberuf 2, 3 oder 3,5 Jahre) um i. d. R. ein weiteres Jahr. Diese Möglichkeit der Vertragsgestaltung wird unserem dualen Partner durch das Berufsbildungsgesetz eröffnet. An der Berufsschule können die Inhalte somit auf einen längeren Zeitraum gestreckt und so Zeit für eine intensive Sprachförderung gewonnen werden. Die Auszubildenden durchlaufen dann i. d. R. zweimal die Jahrgangsstufe 10 und anschließend je nach Ausbildungsberuf die weiteren Jahrgangsstufen je einmal. Es sind aber auch andere Modelle möglich.
Zur Umsetzung des Modells werden die zusätzliche Einrichtung einer eigenen Fachklasse der 10. Jahrgangsstufe (für beide Durchgänge) an der Berufsschule ermöglicht und zusätzlich zum regulären Klassenbudget weitere acht Jahreswochenstunden für eine zusätzliche Sprachbildung und weitere Unterstützung zur Verfügung gestellt. In den weiteren Jahrgangsstufen wird die Förderung im Rahmen des Unterrichtsprinzips Berufssprache Deutsch (https://www.berufssprache-deutsch.bayern.de/) und durch zusätzliche berufssprachliche Förderstunden in den Fachklassen fortgesetzt. Zudem besteht eine Kooperation mit dem BAMF, das sogenannte Berufssprachkurse für Auszubildende (nach Möglichkeit in den Räumen der Berufsschule) finanziert.
Das Coburger "Kombimodell 1+3" wurde durch die IHK zu Coburg initiiert und in Zusammenarbeit von Berufsschule und Betrieben, der Regierung von Oberfranken und dem Staatsministerium entwickelt. Dieses Modell (IHK zu Coburg) ist seit 2016 fester Bestandteil der Coburger Bildungslandschaft.
Budgetierung „1+x“-Klassen - Verlängerter Ausbildungsvertrag für Geflüchtete, Migranten und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf (KMS VI.1-BS9400.10-1/114/11 vom 24.07.2019)
Unterrichten im Team
Die Animation Unterrichten im Team enthält folgende Informationen:
- exemplarische Leitfragen zu Beginn des Unterrichtens im Team, die die unterrichtliche Zusammenarbeit erleichtern
- sechs idealtypische Formen des Teamteachings
- Mehrwert der einzelnen Formen des Teamteachings hinsichtlich der Sprachförderung
- Anregungen zur Umsetzung der berufssprachlichen Förderung imTeam
Weitere Materialien zum Unterrichten im Team
Formen des Teamteachings
Bayernüberblick: Blick in die Schulen zur berufssprachlichen Förderung
Die Ergebnisse der bayernweiten Abfrage zum Thema Berufssprachliche Förderung in Fachklassen werden nachfolgend dargestellt. Eine Zusammenfassungen pro Regierungsbezirk, konkrete Tipps und ein Film sowie weitere Materialien mit Anregungen für Ihre Arbeit im Schulteam Berufssprache Deutsch stehen u. a. zur Verfügung.
- Film zur Vielfalt der berufssprachlichen Förderung
- Tipps aus den Regierungsbezirken zur berufssprachlichen Förderung
- Zusammenfassung der Ergebnisse aller Regierungsbezirke zur Berufssprachlichen Förderung in Fachklassen
- Auszug der Nennungen zum Item Dies ist uns bei der berufssprachlichen Förderungen gut gelungen ...
- Grafik zur Gesamtzusammenfassung
Diese und weitere Ergebnisse der bayernweiten Abfragen im Rahmen des Schulkonzepts Berufssprache Deutsch finden Sie unter dem Reiter Bayernüberblick: voneinander lernen.